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Teleangiektasie, hereditäre hämorrhagische

MTA überführt Proben mit einer Pipette.
ID:

0327          Akkreditierte Untersuchung

Diagnostik: Sequenzierung und CNV: ACVRL1, ENG, GDF2, SMAD4
Material:

2 ml EDTA-Blut, Mundschleimhautabstrich

Analysezeit: 6-8 Wochen
OMIM: 601284, 131195, 605120, 600993
Formulare:

Anforderungsschein Humangenetik

Die hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (HHT, Synonyme: Morbus Osler oder Rendu-Osler-Weber-Syndrom) ist eine autosomal-dominant vererbte Störung der Angiogenese mit arterio-venösen Erweiterungen, die vor allem als hämorrhagische Teleangiektasien der Haut und Schleimhäute in Erscheinung treten.

Die häufigsten klinischen Symptome sind Epistaxis (chronisches Nasenbluten, spontan und rezidivierend, mehr als 90% der Erkrankten), das manchmal schon bei Kindern eine Anämie erzeugt, multiple Haut- oder Schleimhaut-Teleangiektasien in typischen Lokalisationen v.a an Lippen, Mundhöhle, Fingern und Nase, die bei Erwachsenen auftreten und mit dem Alter zunehmen, und viszerale-arteriovenöse Malformationen (AVMs) an inneren Organen, vor allem der Lunge, im Gastrointestinaltrakt, des Gehirns und der Leber. Die Prognose wird durch die Beteiligung der inneren Organe bestimmt. Die meisten Patienten haben eine normale Lebenserwartung.

Bisher wurden als Ursache von HHT pathogene Varianten in vier verschiedenen Genen beschrieben. In der überwiegenden Mehrzahl der bekannten Fälle liegen pathogene Veränderungen im ENG-Gen (HHT1, 9q34.11) und im ACVRL1-Gen (HHT2, 12q13.13) vor. Dabei ist bei Patienten mit HHT1 meist ein schwererer Krankheitsverlauf als bei Patienten mit HHT2 zu beobachten. HHT2-Patienten zeigen einen milderen klinischen Verlauf in der Regel ohne pulmonale Beteiligung. Darüber hinaus können auch Veränderungen im SMAD4-Gen (18q21.2) vorliegen. In diesen Fällen ist die HHT häufig mit Juveniler Polyposis assoziiert. In seltenen Fällen verursachen pathogene Varianten im GDF2-Gen (10q11.22) HHT5. Alle vier Gene spielen eine wichtige Rolle bei der Signaltransduktion des `transforming growth factor ß´ (TGF-ß) -Signalwegs. Der Erbgang ist autosomal-dominant, das heißt, es besteht ein 50%iges Erkrankungsrisiko für die Nachkommen, unabhängig vom Geschlecht. Die Penetranz ist altersabhängig und im Alter von 45 Jahren nahezu 100%.

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