Molekulargenetische Analyse
Folgende Erkrankungen können mit einer molekulargenetischen Untersuchung diagnostiziert werden:
Bei der Abortdiagnostik können die häufigsten Trisomien (13, 15, 16, 18, 21, 22), sowie Triploidien oder auch geschlechtschromosomale Aberrationen, wie z. B. Turner- oder Klinefelter- Syndrom oder Triplo- X Status, detektiert werden. Bei 60-70 % Prozent spontaner Abortgeschehen sind chromosomale Defekte die Ursache.
Skelettdysplasien durch Mutationen im FGFR3-Gen, die Achondroplasie stellt die häufigste Ursache für einen disproportionierten Minderwuchs dar.
Adipositas ist ein zunehmendes Problem in den industrialisierten Ländern. Dramatisch steigende Mortalität und Morbidität von Hypertonie
Die Steroid-21-Hydroxylase-Defizienz ist die häufigste Ursache der kongenitalen adrenalen Hyperplasie und liegt in ca. 95% der Fälle vor. Es kommt bei Patienten mit 21-Hydroxylase-Defizienz typischerweise zum Anstieg des 17-Hydroxyprogesterons und der adrenalen Androgene. Etwa 1 von 14000 Neugeborenen ist von der klassischen Form des AGS betroffen.
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Der Alpha 1-Antitrypsin-(AAT)-Mangel ist eine autosomal rezessiv vererbte Erkrankung, die durch Mutationen im SERPINA1-Gen verursacht wird. Der Mangel/Ausfall eines Protease-Inhibitors (PI, Serin-Protease-Inhibitor Serpin A1) führt zur Gewebezerstörung im Rahmen von Entzündungen, vor allem in Lunge und Leber. Die phänotypische Ausprägung ist variabel. Durch Noxen verstärkt kann es zur Leberzirrhose und zum Lungenemphysem kommen.
Das Alport-Syndrom (Synonym: progressive hereditäre Nephritis) ist ein Nephropathie-Taubheitssyndrom mit fehlgebildeten Kollagenfasern des Typ IV und wird charakterisiert durch eine progrediente Niereninsuffizienz
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form von Demenz und Folge einer degenerativen Erkrankung des Gehirns. Die Alzheimer-Demenz (AD) ist charakterisiert durch einen fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses, des Urteilsvermögens und der Funktionsfähigkeit, die bis zur völligen Handlungsunfähigkeit führen kann.
Als Amyloidose bezeichnet man die Anreicherung von abnorm veränderten Proteinen im Interstitium (Zwischenzellraum). Zu diesen Ablagerungen (Amyloidfibrillen) kommt es auf Grund einer Störung der Faltung eines normalerweise löslichen Proteins. Häufigste Ursache der genetisch bedingten Amyloidosen sind Mutationen im Transthyretin (TTR)-Gen.
Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine schnell fortschreitend verlaufende neurodegenerative Erkrankung, die sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark betrifft.
Anämien sind heterogene Erkrankungen, die durch eine verminderte Anzahl oder Funktion der roten Blutkörperchen gekennzeichnet sind. Die genetische Komponente nimmt bei einer Vielzahl von Anämieformen eine zentrale Stellung ein, da Genveränderungen in unterschiedlichen Genen die Struktur, Reifung oder Funktion der Erythrozyten beeinträchtigen können.
Beim Angelman-Syndrom (AS) handelt es sich um eine seltene neurogenetische Erkrankung. Die weltweite Prävalenz wird auf 1: 10000- 1: 20000 geschätzt.
Beim Androgen-Insensitivitäts-Syndrom (AIS) handelt es sich um eine Störung der Geschlechtsentwicklung. AIS ist gekennzeichnet durch Feminisierung des äußeren Genitale bei einem Individuum mit 46,XY-Karyotyp.
Das hereditäre Angioödem (HAE) ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung mit Neigung zur Ausbildung von rezidivierenden, großflächigen Angioödemen (Schwellungen der Haut oder der Schleimhäute), die sich am häufigsten in der zweiten, nicht ganz selten auch bereits in der ersten Lebensdekade manifestieren.
Antithrombin (AT; frühere Bezeichnung Antithrombin III) gehört zur Gruppe der Serpine und ist ein physiologischer Serinproteinaseinhibitor der Gerinnung mit hoher Affinität zu Thrombin und Faktor Xa. Es inaktiviert Heparin sowie andere Gerinnungsfaktoren und hemmt dadurch die Blutgerinnung.
Die klassische Form der Ataxia teleangiectatica (AT, Synonyme: Ataxia teleangiectasia, Louis-Bar-Syndrom, progressive cerebelläre Ataxie mit Teleangiektasien, Boder-Sedgwick-Syndrom) ist eine phakomatöse, autosomal rezessiv erbliche Multisystemerkrankung, die gekennzeichnet ist durch eine progressive zerebelläre Ataxie, die im Alter von ein bis vier Jahren beginnt.
Autistische Störungen umfassen eine Gruppe von tiefgreifenden Entwicklungsstörungen des Gehirns, die von Geburt an vorliegen und in den ersten Lebensjahren symptomatisch auftreten.
Bis zu 15% aller Männer mit nicht-obstruktiver Azoospermie oder schwerer Oligospermie haben Mikrodeletionen am langen Arm des Y-Chromosoms, die mit cytogenetischen Methoden meist nicht darstellbar sind.
Etwa 20 % der männlichen Unfruchtbarkeitsfälle sind auf eine veränderte Spermienanzahl zurückzuführen.
Das Bardet-Biedl-Syndrom (BBS) ist eine seltene, genetisch bedingte Erkrankung, die zu den Ziliopathien gezählt wird und mehrere Organsysteme im Körper betrifft. Primäre Zilien befinden sich auf der Oberfläche vieler Zelltypen und spielen eine entscheidende Rolle bei der Zellkommunikation und der Weiterleitung von Signalen.
Die Becker-Muskeldystrophie (DMD) tritt mit einer Häufigkeit von 1:20.000 (männliche Neugeborene) auf und betrifft ebenfalls wie die Duchenne-Muskeldystrophie die Becken- und Oberschenkelmuskulatur. Sie beginnt später, verläuft langsamer und zeigt eine nur mäßige Reduktion der Dystrophinexpression, so dass die Gehfähigkeit bei vielen Patienten bis zum 60. Lebensjahr erhalten bleiben kann.
Die Hauptsymptome des Beckwith-Wiedemann-Syndroms (BWS) sind die vergrößerte Zunge, der Nabelbruch, ein beschleunigtes z.T asymmetrisches Wachstum, eine Vergrößerung der inneren Organe. Die erhöhte Körpergröße und Vergrößerung der Zunge sind in ca. 50 % der Fälle bei Geburt vorhanden, können sich jedoch auch erst nach der Geburt entwickeln.
Hereditäre Bindegewebserkrankungen sind genetisch bedingte Störungen des Bindegewebes, das eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung und dem Zusammenhalt von Körperstrukturen wie Haut, Knochen, Blutgefäßen und Organen spielt. Diese Erkrankungen können unterschiedliche Schweregrade und Symptome haben, sie betreffen vor allem das Kollagen und andere Bestandteile des Bindegewebes.
Das Birt-Hogg-Dube-Syndrom (BHD) ist ein autosomal dominant vererbtes Syndrom, das gekennzeichnet ist durch Hautläsionen (Fibrofollikulome, multiple Hamartome der Haarfollikel, Trichodiskome und Akrochordone), Nierentumoren (Nierenzysten, Nieren-Onkozytom) und Lungenzysten mit der Gefahr eines spontanen Pneumothorax.
Bronchiektasen sind irreversible Erweiterungen der Bronchien, die durch chronische Entzündungen oder Infektionen entstehen und den Abtransport von Schleim behindern.
Das Brugada-Syndrom (BrS) ist eine seltene, genetisch bedingte Herzerkrankung und tritt mit einer Prävalenz von ca. 1:5.000-10.000 auf.
CADASIL (Akronym; „Cerebral Autosomal Dominant Arteriopathy with Subcortical Infarcts and Leukoencephalopathy“) ist eine autosomal-dominant vererbte neurodegenerative Erkrankung, die zur Gruppe der Leukenzephalopathien gehört und auf Mutationen im NOTCH3-Gen beruht. CADASIL ist die häufigste Ursache einer hereditär bedingten vaskulären Demenz und eine der häufigsten Ursachen von familiär gehäuften Schlaganfällen im mittleren Lebensalter.
Die Chorea Huntington ist eine erbliche neurodegenerative Erkrankung, die mit einer Häufigkeit von etwa 5-7/10000 auftritt. Die ursächliche Genveränderung ist eine Verlängerung einer CAG-Wiederholungssequenz im Huntington-Gen auf Chromosom 4.
Nach heutiger Auffassung sind 25% der Cowden-Syndrom (CS)-Fälle durch Keimbahn-Mutationen im Phosphatase and tensin homolog-Gen (PTEN; 10q23) verursacht
Genetisch bedingte Störung der Funktion eines Chloridionen-Kanals auf Epithelzellen. Viskositätszunahme von Drüsensekreten u.a. in Lunge, Darm, Leber und Pankreas; letztlich mit Zerstörung des Gewebes.
Der vaskuläre EDS-Typ zeigt die wahrscheinlich schwersten Symptome und grenzt sich von den anderen Typen sowohl pheno- als auch genotypisch ab.
Das klassische EDS ist der zweithäufigste Typ und über 90% der Patienten, die alle Hauptkriterien dieser spezifischen Subgruppe erfüllen, tragen eine Mutation in COL5A1 (~85%) oder COL5A2 (~8%).
Störungen des Eisenstoffwechsels werden verursacht durch eine Gruppe von Erkrankungen, die den normalen Transport, die Speicherung und die Nutzung von Eisen im Körper beeinträchtigen. Eisenstoffwechselstörungen sind entweder durch einen Mangel (Eisenmangelanämie) oder eine übermäßige Speicherung an Körpereisen (Eisenüberschuss) gekennzeichnet.
Epilepsien ohne erkennbare strukturelle Hirnschädigung sind überwiegend genetisch bedingt und beruhen meist auf multifaktoriellen oder polygenetischen Ursachen.
Die Exomdiagnostik ist zu einem grundlegenden Instrument der molekulargenetischen Diagnostik geworden, insbesondere für Patientinnen und Patienten mit heterogenen, unspezifischen und komplexen Symptomen.
Der kongenitale Faktor 13-Mangel (OMIM 613225/613235) ist eine autosomal-rezessiv vererbte Blutungsneigung mit Verminderung des Spiegels und/oder der Aktivität des Faktors XIII (F13).
Die familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist eine der häufigsten monogenen Stoffwechselerkrankungen der Leber. Klinisch zeigen sich ein erhöhtes LDL-Cholesterin, oft eine frühzeitige koronare Erkrankung, eine familiäre Prädisposition sowie das Auftreten von Xanthomen.
Störungen des Fettstoffwechsels zeigen sich entweder durch erhöhte Lipidwerte bzw. durch eine Verschiebung der Lipidzusammensetzung im Blut. Dadurch bedingt kann es zu Ateriosklerose und nachfolgend zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen.
Die Lipodystrophie ist eine sehr seltene Erkrankung, die durch einen generalisierten oder partiellen Verlust des subkutanen Fettgewebes gekennzeichnet ist.
Lipoprotein(a) [Lp(a)] gehört zu den Low-Density-Lipoproteinen (LDL) und ist zusammengesetzt aus einem Apolipoprotein B-enthaltenden LDL-ähnlichen Partikel sowie dem plasminogen-ähnlichen Glykoprotein Apolipoprotein(a). Lp(A) besitzt atherogene Eigenschaften wie LDL und thrombogene Eigenschaften aufgrund seiner Ähnlichkeit zu Plasminogen.
Die Statin-assoziierte Myopathie (SAMS) wird in 10-30% der Patienten mit Statintherapie beobachtet. Klinsch treten proximale, symmetrische Schmerzen, Verspannungen, Krämpfe oder Muskelschwäche auf, die dann eine Absetzung des Medikamentes zur Folge haben.
Bei dem periodischen Fiebersyndrom handelt es sich um eine heterogene Gruppe von Erkrankungen, die durch das Auftreten rezidivierender Fieberschübe – oft bereits im Kindesalter- charakterisiert sind.
Das Fragile-X-Syndrom ist die häufigste vererbbare Ursache geistiger Behinderung und eine der häufigsten genetischen Ursachen für Autismus-Spektrum-Störungen. Erste Anzeichen treten meist im frühen Kindesalter zwischen dem 1. und 3. Lebensjahr auf.
Bei der hereditären Fruktose-Intoleranz kommt es zu Erbrechen und rezidivierenden Hypoglykämien, sobald Fruktose oder Sukrose der Nahrung hinzugefügt werden, sowie zur ausgeprägten Malnutrition der Kinder.
Der Galaktokinase-Mangel ist eine autosomal-rezessiv vererbte Form der Galaktosämie und klinisch charakterisiert durch eine in den ersten Wochen bis Monaten nach der Geburt auftretende Katarakt.
Die Galaktosämie ist eine angeborene, unbehandelt, schwer verlaufende, Stoffwechselstörung, die sich i.d.R im Neugeborenenalter manifestiert und durch die erhöhte Konzentration von Galaktose und Galaktose-1-Phosphat im Blut gekennzeichnet ist. Häufigste Ursache der klassischen Galaktosämie ist ein genetisch bedingter, teilweiser oder vollständiger, Mangel an Galaktose-1-Phosphat-Uridyl-Transferase (Abk.: GALT), der zu einem gestörten Abbau der Galaktose führt.
Siehe UGT1A1-Genotypysierung
Das Glaukom, auch bekannt als „grüner Star“, beschreibt eine Gruppe von Augenerkrankungen, bei denen die Sehnerven zunehmend geschädigt werden. Das Glaukom ist eine der häufigsten Ursachen für der irreversible Erblindung.
Genetisch bedingte Großwuchssyndrome sind Erkrankungen, bei denen ein überdurchschnittliches Körperwachstum z.B. Längen‑ und/oder Organwachstum oft schon im Säuglingsalter deutlich im Vordergrund steht und häufig mit weiteren Fehlbildungen oder Entwicklungsauffälligkeiten einhergeht.
Als Hörstörungen bezeichnet man Einschränkungen des Hörvermögens. Angeborene sensorineurale (Innenohr-) Hörstörungen kommen bei etwa 1 in 1.000 Neugeborenen vor und gehören damit zu den häufigsten angeborenen Störungen. Über die Hälfte der angeborenen Hörstörungen sind genetisch bedingt.
Als Hörstörungen bezeichnet man Einschränkungen des Hörvermögens. Angeborene sensorineurale (Innenohr-) Hörstörungen kommen bei etwa 1 in 1.000 Neugeborenen vor und gehören damit zu den häufigsten angeborenen Störungen. Über die Hälfte der angeborenen Hörstörungen sind genetisch bedingt.
Angeborene sensorineurale (Innenohr-) Hörstörungen kommen bei etwa 1 in 1000 Neugeborenen vor und gehören damit zu den häufigsten angeborenen Störungen. Über die Hälfte der angeborenen Hörstörungen sind genetisch bedingt.
Mutationen im L1CAM-Gen, das auf Chromosom Xq28 kartiert und aus 28 Exons besteht, sind ursächlich für verschiedene Krankheitsbilder. Eines der prominentesten Syndrome ist das HSAS (Hydrocephalus mit Stenose des Aquädukt von Sylvius, OMIM 307000, Synonyme: Hydrozephalus bei Aquäduktstenose, X-linked Hydrozephalus, X-gekoppelter Hydrozephalus), das die häufigste Ursache für den angeborenen Hydrocephalus darstellt.
Eine Hyperbilirubinämie liegt bei Erhöhung der Bilirubinkonzentration im Blut über 1,1 mg/dl vor und kann vielfältige Ursachen haben.
Das Hyper IgE Syndrom (HIES, Synonyme: Job‘s Syndrom, HIOB-Syndrom) ist ein sporadisch, autosomal dominant oder in seltenen Fällen autosomal rezessiv vererbter, primärer Immundefekt mit Beteiligung des Immunsystems, des Skeletts, des Bindegewebes und der Zahnentwicklung.
Der kongenitale Hyperinsulinismus (KHI) ist charakterisiert durch eine angeborene pathologisch erhöhte Insulinsekretion der Beta-Zellen des Pankreas, die sich in der Regel unmittelbar nach der Geburt oder im Verlauf des ersten Lebensjahres manifestiert.
Idiopathischer hypogonadotroper Hypogonadismus (IHH) ist eine Erkrankung, bei der die Produktion, Freisetzung und/oder Wirkung des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH) gestört ist.
Siehe UGT1A1-Genotypysierung
Das Kagami-Ogata-Syndrom ist pränatal charakterisiert durch ein Oligohydramnion, Plazentamegalie, glockenförmigen Thorax und „coat hanger“ Rippen des Feten. Die Geburt erfolgt häufig vorzeitig bei erhöhtem Geburtsgewicht der Kinder.
Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist die häufigste hereditäre Herzerkrankung und tritt mit einer Prävalenz von ca. 1:500 auf.
Das Endometriumkarzinom (Synonyme: Uteruskarzinom, Korpuskarzinom) entsteht in der Schleimhaut, die die Gebärmutter auskleidet. In Deutschland werden jährlich über 10 000 Neuerkrankungen diagnostiziert.
Etwa 5-10% aller Dickdarmkarzinome werden derzeit als erblich eingeschätzt. Die häufigste Form des erblichen Dickdarmkarzinoms ist die sog. HNPCC (hereditäres nicht polypöses Kolorektales Karzinom), welche für ca. 3% aller Dickdarmkarzinome verantwortlich ist. Häufig sind die Dickdarmkarzinome im Rahmen einer HNPCC im rechten Dickdarm (Colon ascendens; Colon transversum) lokalisiert, wobei auch Karzinome im Enddarm (Rektum) vorkommen.
Der Magenkrebs bzw. das Magenkarzinom stellt eine bösartige Wucherung der Schleimhaut des Magens dar und betrifft ca. 19-25 Menschen pro 100000. Auch genetische Risikofaktoren fördern die Entstehung von Magenkrebs. So führen die autosomal-dominant erblichen Tumorsyndrome mit erhöhtem Magenkarzinomrisiko, wie das Peutz-Jeghers-Syndrom (PJS), die familiäre adenomatöse Polyposis coli (FAP), das Hereditary Non-Polyposis Colon Cancer (HNPCC)-Syndrom oder das Li-Fraumeni-Syndrom gehäuft zu Magenkrebsfällen.
Frauen mit Mutationen in den Genen BRCA1 oder BRCA2 haben ein hohes Lebenszeitrisiko, an einem Mamma- oder Ovarialkarzinom zu erkranken. Um akut an Brustkrebs erkrankte Frauen
Klassische Zytostatika in der Behandlung von Mamma- und Ovarialkarzinomen können für bestimmte Patientinnen noch bessere Ergebnisse erbringen, wenn sie mit neuen Medikamenten (PARP Inhibitoren) kombiniert eingesetzt werden.
Das Mammakarzinom („Brustkrebs“) ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 60.000 Frauen an Brustkrebs. Das Risiko jeder Frau, bis zum 85. Lebensjahr an Brustkrebs zu erkranken, beträgt ca. 12% (1 von 8 Frauen). Bei etwa 20% der erkrankten Frauen findet sich eine familiäre Häufung. Etwa 5-10 % der Brustkrebserkrankungen sind monogen erblich, d.h. die Erkrankung wird durch Veränderungen in einem Gen verursacht (Gentest Brustkrebs/Eierstockkrebs).
Ein Teil der Nierenkarzinome ist nicht zufällig, sondern erblich bedingt und tritt im Rahmen bekannter Tumorsyndrome auf. Diese sogenannten hereditären Nierenkarzinomen gehen mit einer angeborenen genetischen Veränderung einher, die das Risiko für Nierenkrebs und oft auch für weitere Tumorerkrankungen deutlich erhöht.
Klassische Zytostatika in der Behandlung von Mamma- und Ovarialkarzinomen können für bestimmte Patientinnen noch bessere Ergebnisse erbringen, wenn sie mit neuen Medikamenten (PARP Inhibitoren) kombiniert eingesetzt werden.
Pankreaskarzinome sind häufige Tumoren des Verdauungstrakts und machen etwa 3 % aller Krebserkrankungen aus. Nach aktuellen Schätzungen des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland zirka 16.000 Menschen pro Jahr neu an Pankreaskrebs (Bauchspeicheldrüsenkrebs).
Klassische Zytostatika in der Behandlung von Mamma- und Ovarialkarzinomen können für bestimmte Patientinnen noch bessere Ergebnisse erbringen, wenn sie mit neuen Medikamenten (PARP Inhibitoren) kombiniert eingesetzt werden.
Das Prostatakarzinom (Prostatakrebs) ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 63.000 Männer an Prostatakrebs.
Das Mammakarzinom („Brustkrebs“) ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 60.000 Frauen an Brustkrebs. Das Risiko jeder Frau, bis zum 85. Lebensjahr an Brustkrebs zu erkranken, beträgt ca. 12% (1 von 8 Frauen). Bei etwa 20% der erkrankten Frauen findet sich eine familiäre Häufung. Etwa 5-10 % der Brustkrebserkrankungen sind monogen erblich, d.h. die Erkrankung wird durch Veränderungen in einem Gen verursacht (Gentest Brustkrebs/Eierstockkrebs).
Schilddrüsenkarzinome gehören zu den häufigsten endokrinen Tumoren und machen ca. 2% aller neudiagnostizierten Tumoren aus. Die meisten Fälle treten sporadisch auf, in etwa 5–10 % der Fälle jedoch aufgrund einer erblichen genetischen Veränderung.
Kupfer (Cu) gehört zu den Spurenelementen und ist ein Cofaktor für viele Enzyme des Stoffwechsels. Störungen des Kupferstoffwechsels sind entweder durch einen Mangel oder eine übermäßige Speicherung an Kupfer gekennzeichnet.
In über 50% der Fälle liegt dem Li-Fraumeni Syndrom eine Mutation im TP53-Gen zugrunde. In einigen wenigen Familien mit Li-Fraumeni-like Syndrom lassen sich Mutationen in den Genen CHEK2 und CDKN2A nachweisen.
Das angeborene familiäre LongQT-Syndrom (LQTS) ist eine seltene, genetisch bedingte Herzerkrankung und tritt mit einer Prävalenz von ca. 1:5.000-10.000 auf.
Makrozephalie bezeichnet eine abnormale Vergrößerung des Kopfumfangs, die über dem 97. Perzentil für Alter, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit liegt. Makrozephalie kann isoliert auftreten oder Teil genetischer Syndrome sein (z.B. Cowden- und Sotos-Syndrom).
Bei der malignen Hyperthermie (MH) handelt sich um eine pharmakogenetische Erkrankung der Skelettmuskulatur mit einer gestörten Ca2+-Regulation in Verbindung mit einem unkontrollierten Hypermetabolismus.
Das Marfan-Syndrom (MFS) ist die häufigste hereditäre Bindegewebserkrankung und tritt mit einer Prävalenz von ca. 1: 5000 auf. Ursächlich für den klassischen MFS-Typ sind Mutationen im FBN1-Gen, welches für das Matrixprotein Fibrillin 1 kodiert.
Der Begriff Mastozytose vereint eine Gruppe von Erkrankungen, die durch eine übermäßige Ansammlung von Mastzellen entstehen. Diese können verschiedene Organe betreffen.
Das maligne Melanom (Synonym: kutanes malignes Hautmelanom) gehört zu den häufigsten Tumorerkrankungen, deren Inzidenz in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist. Der Anteil der familiär gehäuften Fälle wird auf etwa 10 Prozent geschätzt.
Mentale Retardierung beschreibt die Entwicklungsstörung mit geistiger Behinderung. Betroffene Patienten sind durch eine Beeinträchtigung von kognitiven und adaptiven Fähigkeiten charakterisiert und weisen insbesondere eine Intelligenzminderung auf (IQ <70). Die Prävalenz liegt bei ca. 2% in der Bevölkerung.
Die Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR) spielt eine wesentliche Rolle im Homocysteinstoffwechsel und nimmt eine essentielle Rolle im arteriellen und venösen Gefäßsystem ein.
Die Migräne zählt zu den häufigsten Kopfschmerzarten und gehört mit einer Prävalenz von etwa 15% zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen.
Eine besondere Form des nicht insulinabhängigen Diabetes mellitus Typ 2 ist der „Maturity Onset Diabetes of the Young“ (MODY). MODY ist eine monogen erbliche Form des Diabetes mellitus und entsteht durch Mutationen in mindestens 14 Genen (MODY – 1 bis 14). Klinischen Untersuchungen zufolge sind etwa 1 bis 2% der Patienten mit Diabetes mellitus an einer Form des MODY-Diabetes erkrankt. Der Literatur nach wird eine hohe Anzahl an MODY-Patienten als Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 fehldiagnostiziert und nicht adäquat therapiert.
Eine besondere Form des nicht insulinabhängigen Diabetes mellitus Typ 2 ist der „Maturity Onset Diabetes of the Young“ (MODY). MODY ist eine monogen erbliche Form des Diabetes mellitus und entsteht durch Mutationen in mindestens 11 Genen (MODY – 1 bis 11). Klinischen Untersuchungen zufolge sind etwa 1 bis 2 % der Patienten mit Diabetes mellitus an einer Form des MODY-Diabetes erkrankt. Der Literatur nach wird eine hohe Anzahl an MODY-Patienten als Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 fehldiagnostiziert und nicht adäquat therapiert. Etwa 14% der MODY-Fälle werden durch Mutationen im Glukokinase-Gen (MODY Typ 2) ausgelöst.
In der klinischen Diagnostik findet die Molekulare Karyotypisierung (vormals Array-CGH) Anwendung bei Patienten (hauptsächlich Kindern), die im Rahmen einer neuropädiatrischen bzw. entwicklungsneurologischen Beurteilung eine unklare mentale Retardierung aufweisen (IQ <70).
HLA-B*27 ist eine Variante des Proteinkomplexes Human Leukocyte Antigen-B (HLA-B), der auf fast allen Zelloberflächen vorkommt und eine wichtige Funktion im Immunsystem einnimmt.
Morbus Fabry (Synonyme: Fabry-Krankheit, Fabry-Syndrom oder Fabry-Anderson-Krankheit) ist eine X-chromosomal vererbte Stoffwechselstörung des Glycosphingolipid-Katabolismus und kann eine eine Vielzahl von Organen des Körpers betreffen. Morbus Fabry ist eine Multisystemerkrankung, die ohne Behandlung stetig fortschreitet. Beide Geschlechter können betroffen sein, Männer erkranken jedoch deutlich früher und schwerer als Frauen.
Die Hirschsprung-Krankheit ist eine der häufigsten Fehlbildungen des Darmtraktes, die durch eine fehlerhafte Innervierung des Darms charakterisiert ist. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Durch das Fehlen der Nervenganglien in Segmenten des Dickdarms (Aganglionose) kommt es zu einer spastischen Verengung des betroffenen Darmabschnittes. Diese Verengung führt zur Dilatation der prästenotischen Dickdarmareale, die im Röntgenbild als Megakolon imponieren.
Die hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (HHT, Synonyme: Morbus Osler oder Rendu-Osler-Weber-Syndrom) ist eine autosomal-dominant vererbte Störung der Angiogenese mit arterio-venösen Erweiterungen, die vor allem als hämorrhagische Teleangiektasien der Haut und Schleimhäute in Erscheinung treten.
Die Multiple endokrine Neoplasie (MEN1, Synonym: Wermer-Syndrom) ist durch eine Neoplasie der Nebenschilddrüsen, der Hypophyse und der Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gekennzeichnet. Die Manifestationen der MEN1 entwickeln sich über drei bis vier Jahrzehnte. 80% der Genträger entwickeln Symptome bis zum 50. Lebensjahr. Die festgestellten tatsächlichen Tumoren hängen vom Zeitpunkt der Diagnosestellung ab. Die Häufigkeit in der Bevölkerung wird mit 1-10:100.000 angegeben. Bei ca. 10% der Patienten ist die Erkrankung neu entstanden (Neumutationen).
Die Multiple endokrine Neoplasie Typ 2 (MEN2) ist eine autosomal dominant vererbte Krebserkrankung, deren Signaltumor das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC) ist. Die MEN2 manifestiert sich von Geburt bis zum Alter von über 70 Jahren. Je nach klinischer Ausprägung bezüglich Erkrankungsalter und Tumorbefall verschiedener endokriner Organe manifestiert sich die Multiple endokrine Neoplasie Typ 2 in drei verschiedenen Typen: MEN2A, MEN2B und FMTC („familial medullary thyroid carcinoma“).
Die Multiple endokrine Neoplasie Typ 4 (MEN4) gleicht in seinem klinischen Verlauf der MEN Typ 1 (weitere Informationen finden Sie hier Multiple endokrine Neoplasie Typ 1); Tumoren der Nebenschilddrüse und der Hypophyse stehen bei der MEN4 im Vordergrund.
Bei den Neurogenen Muskelatrophien (Denervationsatrophie) liegt der primäre Defekt im Nervensystem vor. Ist die motorische Nervenzelle betroffen, so führt die Denervierung zu einer Atrophie der Muskelfasern. Der Muskelschwund wird also sekundär durch einen fehlenden Nervenreiz auf die Muskelfaser ausgelöst. Neurogene Muskelatrophien können weiter unterteilt werden, je nachdem, wo die Störung lokalisiert ist. Zum einen können Defekte der motorischen Vorderhornzellen, also der Nervenzellen des Rückenmarks, die die Muskelbewegungen auslösen, vorliegen. Solche Defekte führen zu einer Muskel-Schwäche und -Atrophie oder -Lähmung. Es können aber auch Erkrankungen der Nervenbahnen, also der peripheren Nervenfasern vorliegen. Diese Defekte führen ebenso zu einer Schwäche und Atrophie der Muskulatur, können aber auch Empfindungs-Störungen oder –Verlust verursachen (wie z.B. Schmerz, Temperatur, Vibration). Eine der häufigsten neurogenen Muskelatrophien ist die Charcot-Marie-Tooth-Krankheit Typ 1 (CMT1) mit einer Prävalenz von 1-5 / 10 000. Eine weitere, relativ häufige „seltene Erkrankung“ ist die Spinale Muskelatrophie 5q (SMA), wobei ungefähr eines von 7.000 Neugeborenen betroffen ist. Da eine frühe medikamentöse Therapie besonders gute Ergebnisse zeigt, wurde ab Oktober 2021 eine genetische Analyse auf SMA in das Neugeborenen Screening …
Die 5q-assoziierte spinale Muskelatrophie (5q-SMA) gehört zu den häufigsten genetisch bedingten neuromuskulären Erkrankungen. Die Häufigkeit beträgt 1 : 5 000 – 1 : 10 000.
Die Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) ist eine neuromuskuläre Erkrankung mit progredientem Muskelschwund und Schwäche und ist mit einer Prävalenz von 1:3.500 (männliche Neugeborene) die häufigste Muskelerkrankung im Kindesalter.
Bei den Myopathien/Dystrophien handelt es sich um eine Reihe von sehr heterogenen Krankheitsbildern, denen eine primäre Erkrankung des Muskels.
Die erblich bedingten Myotonien sind eine Gruppe von Muskelerkrankungen, die durch verzögerte Muskelerschlaffung charakterisiert sind.
Die Neurofibromatose Typ 1 (Synonym: Morbus von Recklinghausen) gehört zur Gruppe der Neurofibromatose-Spektrum-Erkrankungen.
Die Neurofibromatose Typ II (NF2) wird nach neuer Nomenklatur (2022) auch als NF2-bedingte Schwannomatose bezeichnet und folglich als eine Unterform der Schwannomatose betrachtet.
Hereditäre Neuropathien sind eine große, genetisch und klinisch sehr unterschiedliche Gruppe erblich bedingter Erkrankungen des peripheren Nervensystems.
Das Noonan Syndrom ist gekennzeichnet durch Herzfehlbildungen, Ohrdysplasien, einen kurzen Hals (Flügelhals, tiefer Haaransatz), Minderwuchs, Kryptorchismus, Sternumdeformation, Wachstumsstörungen und Gerinnungsstörungen; bei ca. 50% der Patienten liegen Mutationen im PTPN11-Gen auf Chromosom 12 vor.
Das klinische Leitmerkmal der Osteogenesis imperfecta (OI) ist eine starke Neigung zu Knochenbrüchen. Klinisch lassen sich 5 Entitäten unterscheiden.
Die Primature Ovarialinsuffizienz (POI, primäre Ovarialinsuffizienz), auch bekannt als vorzeitige Ovarialinsuffizienz oder vorzeitige Menopause, zählt zu den wichtigsten Sterilitätsfaktoren der Frau.
Die Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung), ist eine Erkrankung, die akut, also plötzlich und einmalig, oder chronisch, das heißt wiederkehrend und dauerhaft, auftreten kann. Sie wird in einem Teil der Fälle durch genetische Risikofaktoren verursacht.
Bei dem Hereditären Paragangliom-Phäochromozytom-Syndrom (PGL/PCC) handelt es sich um seltene neuroendokrine Tumoren, die als Paragangliome (nicht-chromaffine, extra-adrenale Tumoren, prädominant an der Schädelbasis bis hinunter in den Beckenbereich auftretend) und als Phäochromozytome (Katecholaminproduzierender Tumor der chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks) in Erscheinung treten. Die Hereditären PGL/PCCs machen 30% aller PGL/PCC aus.
Das Pendred-Syndrom ist eine autosomal rezessiv vererbte Erkrankung, die klinisch durch Schwerhörigkeit und Struma (Vergrößerung der Schilddrüse) gekennzeichnet ist.
Das Perrault-Syndrom ist eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, die klinisch charakterisiert wird durch eine kongenitale, sensorineurale Schwerhörigkeit bei Männern und Frauen und einer Gonadendysgenesie (ovarielle Dysgenesie mit primärer Amenorrhoe und Stranggonaden) bei Frauen.
Das Peutz-Jeghers-Syndrom (PJS, auch Hutchinson-Weber-Peutz-Syndrom oder Peutz-Jeghers Hamartose genannt), ist eine seltene, autosomal-dominant vererbte, gastrointestinale Polypose mit charakteristischen Pigmentflecken an Haut und Schleimhäuten. Klinisch imponieren Polypen im Magen-Darmtrakt, vor allem im Dünndarm, Magen und auch Dickdarm.
Piebaldismus ist eine seltene, vererbbare Pigmentstörung der Haut und gekennzeichnet durch Hypomelanose mit weißer Haarlocke (Poliosis).
PAI-1 ist ein wichtiger Indikator der Plasminogen-Aktivierung, spielt also eine Rolle bei der Regulation der Fibrinolyse. In mehreren Studien fand sich eine Assoziation zwischen dem 4G- und 4G/5G-Polymorphismus und einem erhöhten Risiko für arterielle und venöse Gefäßverschlüsse. Indikation: Arterielle und venöse Gefäßverschlüsse in der Eigen- und Familienanamese
Die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Polypen (Adenome) des Kolon (Dickdarmes) und Rektum (Enddarmes), die sich i.d.R. vor der Pubertät zu entwickeln beginnen. Bei der klassischen FAP finden sich hundert bis mehrere tausend Polypen, bei der abgeschwächten (attenuierten) FAP liegen weniger als hundert Polypen im Dickdarm vor. Polypen sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut. Sie sind gutartig, können sich jedoch zum Karzinom entwickeln.
Hereditäre Porphyrien sind Funktionsstörungen der Häm-Biosynthese, die jeweils durch einen spezifischen Gendefekt verursacht werden. Die Porphyrien können nach pathogenetischen Prinzipien in hepatische und erythropoetische Formen sowie in akute und kutane Formen eingeteilt werden.
Das Prader-Willi-Syndrom (PWS) ist eine seltene genetische Erkrankung mit einer Prävalenz von 1:15000 bis 1:30000.
Der PCR-Schnelltest erlaubt, wie der FISH-Schnelltest, einen schnellen Nachweis von Aneuploidien der Chromosomen 13, 18, 21, X und Y an den fetalen Zellen aus dem Fruchtwasser oder an Chorionzottengewebe oder Nabelschnurblut.
Protein C ist ein Vitamin K-abhängiges Protein und ein physiologischer Inhibitor der Gerinnung mit hoher Affinität zu Faktor Va und Faktor VIIIa. Es inaktiviert Gerinnungsfaktoren und ist für die Inhibition der Thrombinbildung essentiell.
Protein S ist ein Vitamin-K-abhängiger Kofaktor des Proteins C und für die Inhibition des Gerinnungsprozesses essentiell. Ein Protein S-Mangel (Aktivität < 40%) ist daher mit einer Thrombophilie (erhöhte Gerinnbarkeit und Thromboemboliegefährdung) assoziiert.
Protein Z (PZ) ist ein aus 400 Aminosäuren bestehendes Glykoprotein, das an der Blutgerinnung beteilt ist. Es unterstützt Vitamin K-abhängig die Anlagerung von Thrombin an endotheliale Zelloberflächen …
Die pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) ist eine chronische und fortschreitende Erkrankung, die durch einen erhöhten Blutdruck in den Lungenarterien gekennzeichnet ist. Dieser entsteht durch eine Verengung der kleinen Lungengefäße, wodurch das rechte Herz zunehmend belastet wird.
Das Rett-Syndrom (RTT) stellt mit einer Prävalenz von ca. 1/10.000 weiblichen Geburten eine der häufigsten sporadisch auftretenden Ursachen für schwere geistige Retardierung dar. In mehr als 95% der klassischen RTT-Fälle liegen pathogene Varianten im MECP2-Gen (Xq28) vor, die X-chromosomal dominant vererbt werden, d.h. es sind nahezu ausschließlich Mädchen betroffen.
Die Schilddrüsenhormonresistenz ist eine seltene, angeborene genetische Erkrankung, bei der eine Unempfänglichkeit verschiedener Gewebe gegen Schilddrüsenhormone besteht. Um die fehlende Wirkung auszugleichen, produziert die Schilddrüse übermäßig viele Hormone.
Die Sichelzellanämie gehört wie die Beta-Thalassämie zu den autosomal rezessiv erblich bedingten Hämoglobinopathien, die überwiegend Südeuropäer, Afrikaner und Menschen in Südostasien betrifft. Dies erklärt sich daraus, dass es gegen Malaria eine gewisse Resistenz verleiht, so dass die gesunden Überträger des Sichelzellenallels in diesen Gebieten einen Evolutionsvorteil (den sogenannten ‚Heterozygotenvorteil‘) gegenüber denen ohne Sichelzellenallel haben.
Das Silver-Russel-Syndrom (SRS) ist gekennzeichnet durch einen pränatal beginnenden und sich postnatal fortsetzenden Minderwuchs, besondere faziale Dysmorphien (v.a. relative Makrozephalie (Pseudo-Hydrozephalus) mit prominenter Stirn und dreieckiger Gesichtsform, herabgezogene Mundwinkel) und Körperasymmetrie (Asymmetrie der Gliedmaßen in etwa der Hälfte der Fälle).
Skelettdysplasien sind eine große, heterogene Gruppe genetisch bedingter Störungen, die das Knochenwachstum und die Entwicklung des Skeletts betreffen. Aufgrund des klinischen Erscheinungsbildes, der radiologischen- bzw. Ultraschallbefunde und der genetischen Ursache können verschiedene Formen der Skelettdysplasie unterschieden werden.
Männliche Unfruchtbarkeit wird nicht nur durch die Anzahl der Spermien beeinflusst, sondern auch durch die Spermienmotilität und -morphologie. Abnormale Spermienmotilität, auch als Asthenozoospermie bezeichnet, tritt auf, wenn weniger als 32 % der Spermien vorwärts schwimmen, was ihre Fähigkeit zur Befruchtung der Eizelle einschränkt.
Als Stickler-Syndrom (STL) bezeichnet man eine autosomal dominant oder autosomal rezessiv vererbte Bindegewebserkrankung (Kollagenopathie), die mit Gesichtsanomalien (Mittelgesichtshypoplasie), Augenschäden (juvenile Katarakt, Myopie, Strabismus, vitreoretinale oder chorioretinale Degeneration, Netzhautablösung, chronische Uveitis), Hörverlust (ca. 40% der Patienten), Gaumenspalte (ca. 40%), Gelenkbeschwerden (klinisches Bild einer früh manifesten Arthritis), Pierre-Robin-Sequenz (ca. 20%) und Mitralklappenprolaps (ca. 40-50% der Fälle) einhergeht.
Die hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (HHT, Synonyme: Morbus Osler oder Rendu-Osler-Weber-Syndrom) ist eine autosomal-dominant vererbte Störung der Angiogenese mit arterio-venösen Erweiterungen, die
Das Temple-Syndrom ist charakterisiert durch pränatale Wachstumsretardierung, verringertes Geburtsgewicht und früh postnatale Fütterungsprobleme. Später enwickelt sich häufig eine Adipositas.
Thalassämien sind autosomal rezessiv erbliche Erkrankungen des blutbildenden Systems. Verursacht werden sie durch Störungen der Hämoglobinbildung durch eine verminderte oder fehlerhafte Synthese seiner Globinketten. Entsprechend den verschiedenen Globinketten gibt es vier Grundtypen der Thalassämie, die Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Thalassämie. Ca. 3-4% der Weltbevölkerung, mindestens 150 Mio. Menschen, sind Anlageträger einer Thalassämie.Klinische Bedeutung haben insbesondere die Alpha-Thalassämie und die Beta-Thalassämie, da die betroffenen Alpha- und Beta-Globinketten die Hauptkomponenten des adulten Hämoglobins sind.
Thalassämien sind autosomal rezessiv erbliche Erkrankungen des blutbildenden Systems. Verursacht werden sie durch Störungen der Hämoglobinbildung durch eine verminderte oder fehlerhafte Synthese seiner Globinketten. Entsprechend den verschiedenen Globinketten gibt es vier Grundtypen der Thalassämie, die Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Thalassämie. Ca. 3-4% der Weltbevölkerung, mindestens 150 Mio. Menschen, sind Anlageträger einer Thalassämie.Klinische Bedeutung haben insbesondere die Alpha-Thalassämie und die Beta-Thalassämie, da die betroffenen Alpha- und Beta-Globinketten die Hauptkomponenten des adulten Hämoglobins sind.
Unter Thrombophilie wird eine verstärkte Neigung zur Entwicklung von Thrombosen bezeichnet, wobei Thromben (Blutgerinnsel) zu einem Gefäßverschluss führen.
Ca. 15% aller Menschen haben eine besondere Thrombosedisposition. Eine solche Disposition bedeutet i.d.R., dass in Situationen, die ohnehin ein erhöhtes Thromboserisiko bedeuten, diese Menschen schneller eine Thrombose entwickeln als andere und besonders geschützt werden sollten. Auch Schwangerschaftskomplikationen treten bei Menschen mit besonderer Thrombose-Disposition häufiger auf und sind häufig das Erstsymptom.
Das Treacher-Collins-Syndrom ist eine autosomal-dominant vererbte Entwicklungsstörung des Schädels und Gesichtes (craniofaziale Dysmorphie) und gekennzeichnet durch Fehlen oder Missbildung des äußeren Ohres, beidseitige und symmetrische Hypoplasie oder fehlende Ausbildung von Jochbein und Unterkiefer („fliehendes“ Kinn, Retrognathie, Retrogenie), Gaumenspalte, Atemprobleme durch Verlegung des Respirationstraktes, Augenfehlstellung (Strabismus, Sehstörungen mit Visusverlust) sowie Augenlidabnormitäten (Kolobome, Fehlen der unteren Wimpern).
Die tuberöse Sklerose (TSC, Synonyme: hereditäre multiple Systemhamartomatosis, tuberöser Sklerosekomplex, Morbus Pringle, Bourneville-Pringle-Syndrom) ist eine komplexe, autosomal-dominant vererbte Systemerkrankung, die zu Fehlbildungen und Entstehung von benignen Tumoren, sogenannten Hamartomen, in fast allen Organen, führen kann.
Das Gilbert-Meulengracht-Syndrom ist die häufigste, benigne Störung.
Das Usher-Syndrom ist eine autosomal rezessiv vererbte Hörsehbehinderung und klinisch gekennzeichnet durch eine sensorineurale Hörstörung oder Gehörlosigkeit häufig von Geburt an, kongenitale vestibuläre Dysfunktionen (durch Störungen des Gleichgewichtsorgans bedingt) und einen, sich später entwickelnden, progredienten Verlust des Sichtfeldes, verursacht durch Retinopathia pigmentosa (Netzhauterkrankung, Retinitis pigmentosa).
Das von Hippel-Lindau-Syndrom (VHL, Synonyme: zerebelloretinale Hämangioblastomatose, Retino-Zerebelläre Angiomatose) ist eine autosomal dominant vererbte Erkrankung, bei der in einer Vielzahl von Organen benigne und maligne Tumoren auftreten (v.a. Phäochromozytome (adrenale und extraadrenale), multiple und bilaterale Hämangioblastome der Retina (Netzhautablösung, Makulaödem, Glaukom und Visusverlust sind möglich) und des Zentralnervensystems, v.a. des Kleinhirns (Kleinhirntumor), sowie Nierenzellkarzinome (Klarzellkarzinome der Niere, häufig multifokal, bilateral, Kapselbildung, multiple Nierenzysten). Bei ca. 20% der Patienten ist die Erkrankung neu entstanden (Neumutationen).
Das Waardenburg-Syndrom ist ein Fehlbildungssyndrom, das genetisch und klinisch heterogen ist. Typische Anzeichen sind kongenitale Innenohrtaubheit oder hochgradige Innenohrschwerhörigkeit, Fehlbildungen (v.a. faziale Charakteristika) und Pigmentstörungen der Augen, der Haut und der Haare (Leuzismus).
Das Wolfram-Syndrom ist eine autosomal rezessiv vererbte, progressiv verlaufende, neurogenetische Erkrankung und klinisch gekennzeichnet durch Diabetes mellitus Typ I, Diabetes insipidus, Optikusatrophie und neurologische Symptome (Synonym: DIDMOAD = Diabetes insipidus, Diabetes mellitus, Optikusatrophie and Deafness).
Eine Deletion in der chromosomalen Region 22q11 findet sich häufig bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern (typischerweise conotruncalen Defekten). Sie ist die genetische Grundlage nicht nur des Di George- und des velocardiofacialen Syndroms, sondern auch von zahlreichen und vielseitigen anderen Phänotypen. Bei ca. 1% der sporadisch auftretenden Herzfehler findet man eine Deletion 22q11.
Varianten im Gen für die Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPYD) sind von entscheidender Bedeutung beim Abbau von Pyrimidin-Basen und damit im Rahmen einer Chemotherapie mit 5-Fluorouracil und seiner Prodrugs. Ca. 80% der zugeführten FU-Dosis wird über die DPYD abgebaut.
46,XY-Geschlechtsdifferenzierungsstörungen (DSD = Disorders of Sex Development) sind angeborene Varianten, bei denen Personen einen männlichen Karyotyp 46,XY haben, bei denen die genetische Steuerung der Hoden- und Geschlechtsdifferenzierung gestört ist und sich Genitale und innere Geschlechtsorgane nicht typisch männlich ausbilden.